Im Mittelpunkt des ersten Konzerts der Musiktage Ebern steht das Concertino op. 42 in einer Bearbeitung für Violine und Streichsextett des in Polen geborenen Komponisten Mieczyslaw Weinberg.
Geboren 1919 in Warschau kam dieser Komponist schon früh mit Musik in Berührung. 1931 begann er am Konservatorium der Musikakademie Warschau mit dem Klavierstudium. Der deutsche Überfall auf Polen im Jahr 1939 zwang ihn – bedingt durch seine jüdischen Wurzeln –, seine Studien sofort abzubrechen. Er flüchtete über Minsk und Taschkent, um sich dann in Moskau niederzulassen.
Minsk – Taschkent – Moskau
Zunächst ließ sich Weinberg in Minsk nieder und studierte dort Komposition. 1941 musste er erneut fliehen. Dieses Mal nach Taschkent, wo er 1942 Natalja Wowsi-Michoels heiratete. Sie war die Tochter des Schauspielers und Regisseurs Solomon Michaels.
In Taschkent begann eine intensive Kompositionsarbeit. Seine erste Symphonie schickte Weinberg an Dimitri Schostakowitsch. Diese Übersendung sollte der Beginn einer langen und intensiven Freundschaft zwischen den beiden Komponisten sein. Denn Schostakowitsch lud Weinberg nach Moskau ein, wo er sich dann auch niederließ und bis zu seinem Tod im Jahr 1996 lebte und arbeitete.
Umfangreiches Werk
Das Werk Weinbergs ist sehr umfangreich. Neben zahlreichen Symphonien, Opern, Sonaten und Konzerten, schrieb Weinberg auch zahlreiche Filmmusiken.
Die Musik Weinbergs war jedoch über viele Jahre in Vergessenheit geraten oder nicht zur Kenntnis genommen worden. 2010 wurde seine Oper „Die Passagierin“ bei den Bregenzer Festspielen uraufgeführt und trug maßgeblich dazu bei, dass sich die musikalische Öffentlichkeit verstärkt für seine Musik interessierte. Das Concertino op. 42 für Violine und Streichorchester trug seinerseits zu der wachsenden Popularität dieses Komponisten bei.
Concertino op. 42 für Violine und Streichorchester.
1948 komponierte Mieczyslaw Weinberg das Concertino op. 42 für Violine und Streichorchester. Es entstand zu einer Zeit, als in der Sowjetunion eine Formalismus-Debatte geführt wurde, die für Weinberg bedrohliche Züge annahm. Das Stück hat eine Spieldauer von ca. 20 Minuten und besteht aus drei Sätzen: Allegretto Cantabile, Lento, Allegro moderato poco rubato. In der Literatur wird der überwiegend lyrische Grundcharakter der Komposition hervorgehoben. Die Solostimme ist dennoch durchaus anspruchsvoll gehalten: mit gelegentlichen Doppelgriffen, flinkem Passagenwerk und Spiel in hohen Lagen.
Bei den Musiktagen Ebern ist das Concertino op. 42 in einer Bearbeitung für Violine und Streichsextett zu hören; den Solo-Part übernimmt Johannes Rosenberg.
Schon jetzt sind die Karten für die Musiktage Ebern in der Zeit vom 25. bis 27. September 2026 im Vorverkauf erhältlich. Weitere Karten gibt es an der Abendkasse.
Foto: Florian Liebenstein.